Meine Reise zur Frau: Zyklusgesundheit, Körperbewusstsein & Selbstfürsorge
- Leonie Meil
- 28. März
- 4 Min. Lesezeit
Vor kurzem wurde ich gefragt: „Leonie, warum interessierst du dich so für Frauen- und Zyklusgesundheit, warum brennst du dafür?“ Die Antwort darauf kannst du dir vermutlich denken: Weil ich selbst eine Frau bin. Doch heute möchte ich tiefer eintauchen und erklären, warum dieses Thema in meinen Beratungen eine so zentrale Rolle spielt.

Mein erster Zyklus: Ein Sprung ins Ungewisse
12. Juni 2012 – Ein Tag, der vieles veränderte
Es war sommerlich warm, als ich nach der Schule nach Hause kam und einen rot-bräunlichen Fleck in meiner Unterhose entdeckte. Meine erste Periode. Bin ich jetzt eine Frau? Diese Frage konnte ich damals nicht beantworten, denn außer diesem einen Zeichen schien sich nichts zu verändern.
Meine Mama versorgte mich mit Slipeinlagen, und so trat ich unbewusst in einen neuen Lebensabschnitt ein. Doch schnell folgten unerwartete Herausforderungen: starke Schmerzen, die ich so noch nie erlebt hatte. Was ich als junges Mädchen jedoch lernte: Eine „richtige“ Frau hält das aus. Schmerzmittel sind nur für Wehleidige. Und wenn ich das nicht aushalten kann, wie soll ich dann jemals eine Geburt überstehen?
Hormone, die Pille und der Kampf mit meinem Körper
3 Jahre später: Ein Körper, der nicht funktioniert?
Mein Zyklus war unregelmäßig, meine letzte Blutung lag ein halbes Jahr zurück. Während meine Freundinnen mich darum beneideten, hatte ich längst das Gefühl, dass etwas nicht stimmte. Der erste Besuch bei der Gynäkologin brachte folgendes Ergebnis: zu viele männliche Hormone. Die Lösung? Die Pille.
Gleichzeitig begann ein immer größer werdendes Unwohlsein mit meinem eigenen Körper: Er funktionierte nicht, wie er sollte und noch dazu war ich unzufrieden mit meinem Aussehen. Die Folge? Kaum Essen, zehn Kilo weniger, viel Weinen. Ein 15-jähriges Mädchen sollte doch eigentlich andere Sorgen haben, oder?
Ein Neuanfang und der lange Weg zur natürlichen Periode
Mit 19: Matura, Studium, Pille absetzen
Vier Jahre lang nahm ich die Pille brav ein. Doch dann kam der Wunsch nach Veränderung: Schulabschluss, ein Studium am anderen Ende von Österreich, Pille weg, neue Handynummer, neue Perspektiven. Ich fühlte mich frei. Doch meine Periode blieb aus und kam nach 3 Monaten immer noch nicht zurück. "Normal", meinte meine Ärztin. Brauchte mein Körper tatsächlich so lange, bis er sich davon erholte? Wie schauten die Hormone jetzt aus, hatte ich Nährstoffmängel? Fragen, die zu diesem Zeitpunkt nie geklärt wurden und es auch nicht in Erwägung gezogen wurde, Ursachen zu finden.
Die unerwartete Wende: Lockdown als Chance?
7 Jahre ohne natürliche Periode
Dann kam Corona. Ehe ich es realisierte, saß ich bei meinen Eltern daheim und von heute auf morgen änderte sich mein kompletter Alltag. Aber ich arrangierte mich, es war halb so schlimm. Ich ging laufen, kochte für die ganze Familie, backte 3x pro Woche Bananenbrot und nebenbei lief das Studium halt so weiter. Ich war tatsächlich entspannter als je zuvor. Und dann, nach einem Monat im Lockdown, war sie plötzlich da: meine erste natürliche Periode seit sieben Jahren.
War es das entspannte Nervensystem? Die Ernährung? Die Zeit, die mein Körper gebraucht hatte? Ich kann es nicht genau sagen. Doch was ich weiß: Ich hätte mir in all diesen Jahren mehr Aufklärung, mehr Offenheit und mehr Unterstützung gewünscht. Ich hätte früher lernen wollen, dass "zur Frau werden" mehr bedeutet, als ja nicht dick zu werden oder Schmerzen auszuhalten.
Heute: Bewusstsein statt Perfektion
Ich bin nach wie vor noch nicht ganz befreit von Zyklusproblemen. Doch ich habe gelernt, dass es hier kein Ziel zu erreichen gibt. Es ist eine lebenslange Reise und in jeder Phase des Lebens muss man wieder neue Pfade entdecken. Mein Fokus liegt deshalb darauf, Bewusstsein für meinen Körper zu schaffen.
Ich mache keine Diäten mehr, sondern achte auf ausgewogene Ernährung
Ich achte auf meine Bedürfnisse und esse intuitiver
Ich ehre meinen Zyklus, statt ihn als Belastung zu sehen.
Ich lasse regelmäßig meine Eisen-, Vitamin-D- und B-Vitamin-Werte im Blut testen.
Ich habe Alternativen zu Tampons entdeckt, die sich für mich besser anfühlen.
Ich arbeite an meinem Stressmanagement und daran, für mich selbst einzustehen - auch wenn mir das (noch) nicht so gut gelingt.
Mein Fazit: Aufklärung und Selbstfürsorge sind der Schlüssel
Ich bin weder gegen hormonelle Verhütung noch gegen Schmerzmittel. Manchmal braucht es das! Doch wogegen ich mich ausspreche, ist die fehlende Aufklärung, die fehlende Offenheit und die übertriebenen Erwartungen, die teilweise auf jungen Mädchen lasten.
Ein gesundes Körperbewusstsein, Selbstfürsorge und ein guter Ernährungzustand sind die Basis. Ohne dieses Fundament fängt das Haus schon beim kleinsten Windstoß an zu wackeln und droht einzustürzen. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt, sich um diese Grundlagen zu kümmern? Wenn du mit 39 einen unerfüllten Kinderwunsch hast? Oder wenn du mit 52 jede Nacht schweißgebadet aufwachst? Vielleicht bin ich hier forsch, aber ich möchte verdeutlichen, wie wichtig es ist, dieses Thema so früh wie möglich anzugehen - dann, wenn du es noch mit Leichtigkeit erforschen kannst.
Danke, dass du bis hier her gelesen hast. Das bedeutet mir viel!
Als ausgebildete Diätologin, die sich auf Frauen- und Zyklusgesundheit spezialisiert hat, möchte ich dich unterstützen, mehr in Einklang mit deinem Zyklus zu kommen und genussvoll Frau zu sein.
Neugierig geworden? Lerne mehr bei meinen Events!
09.04.: Zyklus-Workshop in Mank (Altes Wirtshaus), 18:00 Uhr
25.04.: Zyklus-Vortrag in St. Leonhard/Forst (Lifestyle Fitness), 18:00 Uhr
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